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| Kraftprobe der besonderen Art geschafft |
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Von Pedro Obiera
Aachen. Bange machen gilt nicht beim Jungen
Sinfonieorchester Aachen. Zum 25-jährigen Jubiläum forderten
die Musiker und ihr Dirigent Peter Sauerwein die Glücksgöttin
so selbstbewusst heraus, dass man auf himmlischen Beistand
dringend angewiesen war.
Das heißt nicht, dass man sich nicht intensiv auf die Mutprobe
vorbereitet hätte. Aber zwei auch orchestral anspruchsvolle
Klavierkonzerte als Aperitif und Beethovens Neunte als
Hauptgang: An so einem Menü kann man sich leicht verschlucken.
Doch keine Angst: Sauerweins bewährte und gründliche
Probenarbeit sowie der vorbildliche Einsatz der jungen Musiker
sorgten für einen zwar langen, aber dennoch hörenswerten Abend
im sehr gut besuchten Eurogress.
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Vor der Pause gab Lars Vogt den Ton an: Das Erste
Klavierkonzert von Sergej Prokofieff lebt von der kecken
Aufbruchstimmung des seinerzeit 18-jährigen Komponisten, woran
uns der mit vitaler Frische und kraftvollem Zugriff agierende
Pianist in keinem Takt zweifeln ließ.
Souverän schaltete Vogt im langsamen Satz in den lasziven Gang
einer Rachmaninow-nahen Elegie um, bevor er im Finale mit
pianistischer Brillanz zum Schluss drängte.
Das Klavierkonzert seiner Frau Tatjana Komarova fand in Vogt
einen perfekten Anwalt, aber es verlangte auch dem Orchester
einiges an kammermusikalischer Transparenz ab. Da musste man
einige Abstriche hinnehmen, was den beachtlichen
Gesamteindruck jedoch nicht wesentlich trübte.
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Nach der Pause dann der Griff zu den Sternen: Zu hören gab es
eine Neunte, die den Notentext ordentlich und ohne größere
Pannen zu Gehör brachte.
Das ist eine ganze Menge, mehr zu verlangen wäre
vermessen. Mit von der Partie waren auch der erweiterte
Bachverein und Mitglieder des Chores St. Laurentius Aachen.
Begeisterter Beifall für eine Kraftprobe der besonderen Art.
Aachener Zeitung vom 01.05.2005
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| Ein Meisterwerk in voller Schönheit |
| Junges Sinfonieorchester brillierte mit Schubert |
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Von Eva Mänz
Aachen. Ungewöhnlich genug, dass ein
Laienorchester Schuberts Große C-Dur-Sinfonie im Programm
hat. Dass es allerdings auch durch Brillanz und Präzision
besticht, ist mehr als bemerkenswert. Das Junge
Sinfonieorchester Aachen under seinem Leiter Peter
Sauerwein gab im Eurogress ein Konzert voller
Klangschönheit, Virtuosität und romantischem
Melodienreichtum.
Der Abend begann mit einem kurzen Werk des Aachener
Komponisten und Schriftstellers Alfons Winkelmann, der
selbst Mitglied des Orchesters ist. Das Spiel mit schönen
Klängen und dynamischen Differenzierungen zeugt von großer
Kenntnis des Orchesterklangs und blieb in seiner Küzre bis
zum letzten Ton spannend.
Hohe Virtuosität und ein Klang wie flüssiges Silber
zeichnete Haydns Trompetenkonzert in Es-Dur aus, das vom
reduzierten Orchester und dem Solisten Yosemeh Adjei
vorgetragen wurde.
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Wie ein Kind, das sich über ein neues Spielzeug freut,
machte Haydn sich die neue Ventiltechnik der Trompete zu
eigen und brachte sie in einer brillanten Kadenz
wirkungsvoll zum Einsatz. Heiter, tonschön und virtuos hat
Haydn dieses Auftragswerk angelegt, und der Solist ließ es
in allen Facetten erstrahlen. Sauerwein begleitete dezent
und einfühlsam, kleinere Unfälle fing er souverän auf. Für
eine Überraschung sorgte die Zugabe. Adjei präsentierte
sich als Sänger mit einer gepflegten Altus-Stimme, er
umschmeichelte das Publikum mit einer Arie aus Rinaldo von
Händel.
Mit Schuberts Großer C-Dur-Sinfonie hatte sich das
Orchester eine Ikone der romantischen Sinfonik
vorgenommen, die von Berufsorchestern mit Respekt
behandelt wird. Dass diese Aufgabe bewältigt, darüber
hinaus aber musikalisch ausgereift und in straffer
Stringenz umgesetzt wurde, zeugt von der guten
Zusammenarbeit un der musikalischen Kompetenz aller
Beteiligten.
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Der erste Satz kränkelte noch etwas am Respekt vor dem
großen Werk mit wackeligen Soloeinsätzen und sehr starker
Reduzierung der Spannungsbögen.
Kraft und Präzision
In den drei folgenden Sätzen zeigte sich das Orchester dem
großen Werk durchaus gewachsen. In zügigem Tempo
marschierte das Andante daher, mit schönen
Holzbläsereinsätzen und homogenen Streicherstimmen. Das
Scherzo glänzte in tänzerischem Schung und im finalen
Allegro brachten die Musiker noch einmal Kraft und
Präzision auf, um die nicht zu versiegenden Melodien
Schuberts in ihrer ganzen Klangfülle zu einem fulminanten
Schluss zu bringen.
Vernünftige Tempi ließen den Spielern Raum für exaktes und
kraftvolles Musizieren, dass die Orchesterfarben
aufleuchteten und Schuberts Meisterwerk in ganzer Pracht
erklingen ließ.
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aus den Aachener Nachrichten vom 17.3.2004
| Gewaltige Aufgabe: Bachverein mit Milhauds «Ani Maamin» |
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Von Alfred Beaujean
Aachen. «Nach Auschwitz kann man keine Gedichte mehr
schreiben». Das sagte Theodor W. Adorno, der bekannte
Musiksoziologe der «Frankfurter Schule». Kann man über
Auschwitz Musik machen?
Diese Frage stellte sich anlässlich der Aufführung des
Oratoriums «Ani Maamin» für Soli, Sprecher, Chor und
Orchester von Darius Milhaud durch den Aachener Bachverein
und das Junge Sinfonieorchester unter Leitung von Wolfgang
Karius in der Michaelskirche.
«Ein verlorener und wiedergefundener Gesang», so nennt Elie
Wiesel, der Textautor, seine Dichtung «Ani Maamin». Es geht
um die alte Frage: Wie kann Gott diese Greuel auf Erden
zulassen? Eine Frage, die hier auf die Verbrechen am
jüdischen Volk zugespitzt wird.
Die alttestamentarischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob
treten anklagend vor Gott und werfen ihm angesichts dessen,
was seinem Volk angetan wird, den Bruch des Bundes vor.
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Aber Gott schweigt. In 25 Chören, Soloensembles und Soli,
unterbrochen von den Anklagen der Erzväter, entfaltet sich
das Werk. Ist diese furchtbare Thematik oratorisch in 90
Minuten zu bewältigen? Die musikalische Bewältigung gelang
ein einziges Mal: mit Arnold Schönbergs «Ein Überlebender
aus Warschau».
Aber dieses grelle Fanal beansprucht ganze sieben
Minuten. Der Aachener Bachverein, leistete geradezu
Heroisches mit der Einstudierung dieses letzten, 1973
komponierten Milhaud-Werkes. Sind diese Chorsätze doch nicht
nur schwierig, sondern auch einförmig in ihrem permanenten
Andante-Tempo, ihrem Mangel an Kontrasten und an plastischen
thematischen Gestalten.
Was auch für den Orchesterpart und die Solopartien
gilt. Milhaud, der fruchtbarste Komponist des
20. Jahrhunderts («Ani Maamin» trägt die Werkzahl 441) hat
weit Einfallsstärkeres, Farbigeres geschrieben.
Versagte vor der Aufgabe, dem Entsetzlichen mit Musik
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beizukommen, seine schöpferische Kraft? War die Aufgabe
überhaupt lösbar? Es ist gewiss kein Zufall, dass «Ani
Maamin» nach der New Yorker Uraufführung und der Stuttgarter
deutschen Erstaufführung, beide 1973, trotz des
brandaktuellen thematischen Anliegens nur selten
erklang.
So bleibt weniger das Werk zu würdigen als die enorme
Kraftleistung der Ausführenden, vor allem des Bachvereins,
der mit äußerster Hingabe seine so schwierige wie undankbare
Aufgabe souverän löste.
Das gleiche gilt für das von Peter Sauerwein vorbereitete
Junge Sinfonieorchester und die Solisten Sabine Schneider,
Christine Wehler, Hans-Josef Ritzerfeld und Stephan Saus,
wobei Sabine Schneiders tröstende Engel-Soli zum Schönsten
des Werkes gehörten.
Von großer Eindringlichkeit die vier Sprecher Manfred Stamm,
Andreas Pöhler-Regenbrecht, Lars Reinking und Wolfgang
Kühnhold. Langanhaltender Beifall dankte allen, an ihrer
Spitze Chorleiter Wolfgang Karius.
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aus der Aachener Zeitung vom 28.5.2002
| Musik an der Schwelle zum Unsagbaren |
| Erschütternde Aufführung von Milhauds "Ani Maamin" |
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Von Christoph Hahn
Aachen (an-o). Manchmal drückt Schweigen mehr als
tausend Worte aus. So war es auch bei der Aufführung der
Kantate "Ani Maamin" durch den Bachverein unter Wolfgang
Karius beim Rheinischen Musikfest. Lange schwiegen die
Zuhörer, bevor sie endlich applaudierten.
Das Werk des Komponisten Darius Milhaud, 1973 - ein Jahr vor
dessen Tod - entstanden, ist (so erschütternd es sein mag)
auch ein Wunderwerk. Denn es vollbringt etwas
außerordentlich Paradoxes: Dem Massenmord der
Hitler-Deutschen an den Juden Europas - etwas, das sich in
seiner Grauenhaftigkeit gemeinhin der Beschreibung entzieht
- schafft es Worte und Klänge.
Kongeniale Interpreten
Kaum, außer in Schönbergs "Ein Überlebender von Auschwitz
berichtet" hat es ein Tonkünstler geschafft, eine der Shoah
adäquate Klang-Ästhetik zu entwickeln. In dem Dirigenten
Karius, den Damen und Herren des Bachvereins, dem Jungen
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Sinfonieorchester (Einstudierung: Peter Sauerwein) sowie den
sensibel agierenden Gesangs- und Sprechsolisten hat die
Schöpfung des provenzalischen Juden Milhaud nun kongeniale
Interpreten gefunden.
Die Erschütterung traf das Publikum in dem randvoll
besetzten Gotteshaus um so unvermittelter, als sie Karius
und seine Mitstreiter zu Beginn in einen Klangteppich von
fast parfümierter Blumigkeit einwickelten. Dann aber
entrollt sich jener Teppich mit einem Mal. Und alles das,
was an Grausamem, an Schmerz und Unmenschlichkeit bis dato
darin verborgen war, liegt nun offen zutage.
Emotionale Qualität
Dass diese Aufführung am Sonntagabend in der Aachener Kirche
St. Michael eine solche emotionale Qualität besaß, liegt an
dem einträchtigen Zusammenwirken aller
Beteiligten. Besonders der Chor des Bachvereins und das
Junge Sinfonieorchester entwickelten unter Wolfgang Karius'
ebenso gefühlvollen wie zupackenden Dirigat eine enorme
Steigerungsfähigkeit. Mochten sich die Stimmen in einem
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Moment noch mit balsamischer Süße und engelhafter
Schwerelosigkeit über dem silbrigen Klang erheben, so
durchschnitten sie den Klang im nächsten Augenblick scharf
wie das Skalpell des Chirurgen.
Die dramatischen Qualitäten der Solisten waren von ganz
unterschiedlicher Art, was indes in der Natur der
Milhaud-Vertonung von Elie Wiesels Text liegt. Das
Sprecherquartett (Wolfgang Kühnhold, Erzähler; Manfred
Stamm, Isaak; Lars Reinking, Jakob; Andreas
Pöhler-Regenbrecht, Isaak), das Gott der Untätigkeit im
Angesicht des Grauens von Auschwitz anklagt, vertrat seinen
Part mit konsequenter Klarheit - gerade im Angesicht der
letzten Dinge.
Harmonische Sphären
Die Gesangssolisten (Sabine Schneider, Sopran; Christine
Wehler, Alt; Hans-Josef Ritzerfeld, Tenor; Stephan Saus,
Bass) durften derweil in noch relativ harmonischen Sphären
ihre Kreise ziehen, wobei sich besonders Sabine Schneider
mit duftiger Stimme als Engel und Anwalt Gottes sehr
vorteilhaft profilieren konnte. Mag das Musikfest auch reich
an Höhepunkten sein - die Aufführung von "Ani Maamin" war
ohne jeden Zweifel einer von ihnen.
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aus den Aachener Nachrichten vom 28.5.2002
| Sensible Klangbilder |
| Junges Sinfonieorchester Aachen bot ein begeisterndes Sommerkonzert |
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Von Nachrichten-Mitarbeiterin
Eva Mänz
Aachen. Mit seinem Sommerkonzert hat das Junge
Sinfonieorchester Aachen ins Schwarze getroffen: Opernmusik,
locker moderiert und mit satirischen Einlagen garniert -
genau das Richtige für einen lauen Sommerabend.
Den Auftakt bildete Rossinis Ouvertüre "Die Italienerin in
Algier", deren grazile Leichtigkeit zu Wetter und Stimmung
passte. Es folgten romantische und schwelgerische
Klanggemälde, die dem Orchester besonders gut liegen. Sowohl
in Bizets "Carmen"-Suite als auch im Intermezzo aus Puccinis
"Manon Lescaut" mit einem wunderbaren Cello-Solo zu Beginn
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konnten die jungen Musiker die ganze Klangfülle entfalten
und ihrer Spielfreude freien Lauf lassen.
Erst recht gilt das für die Fantasieouvertüre "Romeo und
Julia" von Peter Tschaikowsky, die als Krönung am Schluss
des Konzertes stand. Mit überwiegend tonschönen und sauberen
Bläsersoli und sicheren Streichereinsätzen verliehen sie der
romantische Gefühlspalette von Liebe, Sehnsucht und
Verzweiflung intensiven Ausdruck.
Besonders gut gelang dem Orchester diesmal die Begleitung:
E. Elgars Liedvertonungen "Sea Pictures" wurden von der
Mezzosopranistin Birgit Rossaint mit großer, warmer und
wandlungsfähiger Stimme ausdrucksstark vorgetragen. Das
Orchester lieferte dazu sensible Klangbilder. Peter
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Sauerwein leitete das Orchester gewohnt präzise und mit
bodenständiger Musikalität, die der Musizierfreude der
jungen Leute sehr entgegenkommt.
Mit sanfter Satire begleiteten die beiden Moderatoren
Michael Dannhauer und Thorsten Neumann das Geschehen auf der
Konzertbühne, auf der gedachten Theaterbühne und im
Zuschauerraum. Gelungen war ihre Inhaltsangabe der Oper
"Manon Lescaut".
Für den großen Applaus in der gut besuchten Aula der RWTH
bedankte sich das Junge Sinfonieorchester mit einem weiteren
Satz aus der "Carmen"-Suite.
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aus den Aachener Nachrichten vom 26.6.2001
| Kraftvoll und doch feinfühlig |
| Konzert des Jungen Sinfonieorchesters Aachen im Eurogress |
|
Von Nachrichten-Mitarbeiterin
Eva Mänz
Aachen. Eigentlich müßte der Frühling nun
unaufhaltsam vordrängen, nachdem er mit Schumanns
1. Sinfonie so machtvoll heraufbeschworen wurde. Das Junge
Sinfonieorchester Aachen unter der Leitung von Peter
Sauerwein konzertierte mit großem Erfolg im
Eurogress.
Mit einem sanften Präludium führte das gut besetzte
Laienorchester in seine 22. Konzertsaison ein. Die Bläser
dominieren das "Prélude à l'après-midi d'un faune" von
Claude Debussy, und sie machten ihre Sache sehr
gut. Besonders die erste Flöte, deren Part schon fast
konzertante Züge aufweist, glänzte durch schönen Ton und
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selbstbewußten Duktus. Mit der Verpflichtung des Aachener
Konzertmeisters Alexis Vincent als Solist in Brahms'
D-Dur-Konzert war dem Orchester ein Glücksgriff
gelungen. Hat Vincent sich als engagierter Konzertmeister
und überaus fähiger Kammermusiker in Aachen inzwischen einen
guten Ruf erworben, so kann er diesem nun die Qualitäten
eines überzeugenden Solisten hinzufügen. Dominierend in Ton
und Ausdrucksstärke, führte er kraftvoll, aber mit
ästhetischem Feingefühl durch die Dramatik des ersten Satzes
hin zur schmelzenden Lyrik des zweiten und endete in
mitreißender Folkloristik des Finalsatzes.
Das Publikum ließ sich vor Begeisterung zu heftigem
Zwischenapplaus hinreißen und wurde noch mit dem Andante aus
der 3. Solosonate von Bach beglückt. Die große Stunde des
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Orchesters schlug mit Schumanns 1. Sinfonie, von diesem
selbst als "Frühlingssinfonie" tituliert. War die Begleitung
des Violinkonzertes noch sehr zurückhaltend, stellenweise
etwas spannungslos gewesen, so zeigten nun vom ersten Ton an
vor allem die Streicher, zu welcher energiegeladenen
Expressivität sie fähig sind. Schöner Ton, exakte Einsätze
und saubere Bläsersoli ließen das hohe Potential und die
gute Probenarbeit des Orchesters erkennen.
Schwungvoll und mit großer Erfahrung führte Peter Sauerwein
durch die wechselnden Stimmungslagen zu einem geschlossenen
Bild. Für den großen Applaus bedankte man sich mit der
"Morgenstimmung" aus Griegs "Peer-Gynt-Suite".
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aus den Aachener Nachrichten vom 20.3.2001
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